Prokrastination

Prokrastination und Aufschieberitis

Prokrasti-was?

Der ursprüngliche Plan war (und ist eigentlich noch immer), dass ich einen festen Termin habe, um hier im Blog regelmäßig Artikel zu verfassen und natürlich schlußendlich auch zu veröffentlichen.

Der Plan an sich ist gut. Aber was ist der Grund, dass ich immer häufiger Schwierigkeiten habe, dieses Ziel auch zu erreichen?

Schreibblockade? Prioritätensetzung? Mangel an Kreativität? Schlechtes Zeitmanagement?

Das Problem bin ich

Eines ist mir klar: ich kann hierfür niemandem die Schuld geben und bin für mein Nichtstun selbst verantwortlich. Leider! Oder auch zum Glück!

Für das Aufschieben von Aufgaben und neudeutsch Todos gibt es viele Bezeichnungen: Prokrastination, Erledigungsblockade, Aufschiebeverhalten, Erregungsaufschiebung, Handlungsaufschub oder im Volksmund schlichtweg Bummelei.
Allen gemein ist, dass dabei notwendige (aber als unangenehm empfundene) Arbeiten immer wieder verschoben werden, anstatt sie zu erledigen.

Ich weiß von mir, dass ich sehr gut Prioritäten setzen und Aufgaben sehr gut planen und ausführen kann. Ich bin ein geborener Organisator und habe meine Zeit meist recht gut im Griff. Daran kann es also vermutlich nicht liegen.

Da ich auch nicht stundenlang vor einem leeren Blatt Papier sitze (oder in diesem Fall vor einem leeren Dokument mit blinkendem Cursor) und darüber nachdenke, was ich schreiben könnte, glaube ich auch nicht an eine Schreibblockade oder mangelnde Kreativität.

Wenn ich mal „dran sitze“, dann flutscht das eigentlich immer ganz gut.

Das Problem ist nur, bis ich mich mal hinsetze.

Die Auswirkungen des Nichtstuns

Wenn ich z.B. das wöchentliche Rasenmähen mal ausfallen lasse, dann interessiert das im schlimmsten Fall nur die Nachbarn, die sich hinter vorgehaltener Hand den Mund fusselig lästern. Mein Selbstbewusstsein ist groß genug, dass mich das nicht interessiert, obwohl wir eher in einem kleinen Ort wohnen.

Wenn ich aber hier im Blog einen versprochenen Artikel nicht termingerecht schreibe und Du (also unser Leser) in der Mittagspause oder am Abend meinen neuesten Blogartikel vergeblich sucht, dann habe ich mein Versprechen an Dir und auch an mir selbst nicht eingehalten.

Das war nicht Bestandteil des Plans.

Davon abgesehen, dass durch das Verschieben von Todos der unerledigte Berg an Aufgaben immer größer und höher wird, fühlt es sich auch verdammt schlecht an, wenn man genau weiß, dass man etwas nicht getan hat.

Prokrastination tut niemandem gut.

Mögliche Lösungen gegen das Aufschieben

Das heisst für mich dann übersetzt, dass ich an meiner Einstellung zu dieser Aufgabe arbeiten muss. Denn wenn ich sie verschiebe, weil ich sie als unangenehm empfinde, dann gibt es nur zwei Möglichkeiten: entweder die Aufgabe zukünftig beenden oder sie für mich angenehmer machen.

Ja, ich habe einen Hang zum Perfektionismus. Das weiß ich.
Und ich weiß auch, dass ich deshalb manche Dinge lieber liegen lasse, als sie nur halbfertig beenden zu müssen.

Aber vielleicht sollte ich mir selbst für dieses Blog einen Redaktionsplan erstellen, der bereits lange vor den Veröffentlichungsterminen (mindestens zwei Wochen Vorlauf) mit mehreren fertigen Artikeln bestückt ist. Damit würde ich mir selbst mehr Zeit für die Fertigstellung ermöglichen und meinem Hang zur Perfektion etwas mehr nachgeben können.

Zusätzlich, um schneller in die Gänge zu kommen, werde ich mir ein Sammelbecken für Artikel-Ideen anlegen. Dieses muss jederzeit über mein Smartphone zugänglich sein, damit ich Ideen schnell und einfach notieren kann.

Diese Ideensammlung muss mindestens einmal pro Woche (z.B. sonntags bei ein oder zwei Tassen Kaffee) durchgesehen werden und gute Ideen müssen in den Redaktionsplan eingefügt werden.
Mit dieser Zeitplanung sind die Artikel bereits zeitlich und thematisch festgelegt.

Und schlußendlich benötige ich einen festen Stundenplan, wann ich jede Woche meine Schreibzeit habe. Danach kann dann ich selbst mich halten und ich kann diese blockierten Zeiten auch an die Familie kommunizieren, damit ich nicht von dieser Richtung evtl. ver- und eingeplant werde.

Wie bekämpfe ich das Liegenlassen

Hier also mein „Schlachtplan“, wie ich meine persönliche Aufschieberitis für dieses Blog in den Griff bekommen werde:

  • meinen persönlichen Redaktionsplan erstellen und pflegen
  • Artikel mit mindestens zwei Wochen Vorlauf fertigstellen
  • Ideensammlung für zukünftige Artikel anlegen
  • wöchentliche exakte Planung meiner zu schreibenden Artikel der kommenden Wochen
  • feste Termine in jeder Woche, die nur für das Schreiben reserviert sind

Epilog

Dieser Artikel über das Aufschieben wurde zwei Tage nach der Deadline veröffentlicht.

Ich bekenne mich schuldig!

Hoffentlich zum letzten Mal!

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