WordPress Performance steigern

Verbessere die Performance deines WordPress-Blogs mit einfachen Tools

WordPress ist nicht mehr nur eine Blog-Software, sie wird zunehmend auch für „normale“ Websites, die ein CMS benötigen, eingesetzt. Die Vielseitigkeit von WordPress hat aber auch ihre Schattenseiten: Durch die breite Aufstellung der Software bringt sie sehr viele Möglichkeiten, aber dadurch auch viel „Ballast“ mit, der sich insgesamt negativ auf die Performance auswirkt. Deshalb ist es wichtig, die Performance der eigenen Seite immer im Blick zu haben.
Zur Verbesserung der Performance gibt es diverse Tools und Tricks, von denen ich dir hier einige vorstellen möchte.

Zunächst muss die aktuelle Performance der Site überprüft werden. Dazu gibt es Tools wie z.B. „Pingdom„, „Pagespeed„, die „SEO-Ranking-Tools„, „WebPageTest„, „GTmetrix“ oder auch die „Pagespeed-Insights“ von Google, bei denen man sogar Verbesserungsvorschläge getrennt nach Desktop und Mobile erhält.

Pagespeed Insights

Im Normalfall zählen Bilder, Scripte und CSS zu den Verursachern langer Ladezeiten.

Das Theme

Bei der Theme-Auswahl steht im Regelfall das Design und die Funktionalität im Vordergrund. Künftig solltest du bei der Wahl eines neuen Themes auch an die Performance denken. Wenn dir ein Theme gefällt, schau dir vorab die Ladezeiten der Demoinstallation in einem der oben genannten Tools zur Performance-Messung an. Viele Themes bringen nämlich ein breites Spektrum an Funktionen mit, von denen du letztlich gerade einmal die Hälfte nutzt – wenn überhaupt. Trotzdem müssen viele der nicht genutzten Funktionalitäten vom Browser des Besuchers immer mitgeladen werden, da diese im Theme nicht abgeschaltet werden können. Auch hier heißt es also: Weniger ist mehr.
Du sollst deshalb nicht auf wichtige Funktionalitäten verzichten, aber du solltest dir bewusst machen, dass Features wie Responsive Design und tolle Slider immer negative Auswirkungen auf die Performance haben.

Bilder optimieren

Bilder sind für jede Website natürlich unabdingbar und auch wichtig. Die Website ohne Bilder betrieben ist definitiv keine Option. Dennoch lassen sich die Bilder und damit auch die Ladezeiten optimieren.

Zunächst sollte darauf geachtet werden, dass die Bilder schon in der maximal in WordPress benötigten Größe hochgeladen werden. Häufig findet man Bilder, die offensichtlich direkt von der Digitalkamera in WordPress gelandet sind. Wird das Bild dann mit der Einstellung „Originalgröße“ in eine Seite eingebunden, müssen diese riesigen Bilder von jedem Websitebesucher geladen werden. Bilder können z.B. mit Irfanview, Tinypic oder Gimp vorab bearbeitet und verkleinert werden.
Die empfohlenen Formate für WordPress sind jpg oder png, wobei jpg die bessere Komprimierung (= kleinere Dateigröße) bietet. Wenn also kein Bild mit transparentem Hintergrund benötigt wird (das wiederum ist bei jpg nicht möglich, dafür wird das png-Format gebraucht), sollte immer jpg gewählt werden.

Sind die Bilder in die WordPress-Seite integriert, können über Plugins weitere Optimierungen vorgenommen werden. Ein kostenfreies Tool zur Optimierung von Bildern in WordPress ist z.B. „Smush.it„. Über Smush.it werden die Metadaten der Bilder reduziert, was zu einer Verkleinerung der Bildgröße von ca. 10 – 20% führt.

Werden in Artikeln mehrere Bilder integriert, empfiehlt sich das Plugin „Crazy Lazy„. Diese Plugin sorgt dafür, dass Bilder, die nicht direkt im sichtbaren Bereich liegen, erst dann geladen werden, wenn der User bis zu ihrer Position im Artikel scrollt.

Ein kleiner Tipp: Im Zweifelsfall solltest du lieber weniger Bilder einbauen, als Artikel mit Bildern zu überfrachten. Die Ladezeiten und deine Besucher werden es dir danken!

Content optimieren

Ja, auch das: Die Inhalte deiner Seiten können ebenfalls optimiert werden.

Jedes Mal, wenn ein Besucher auf deine Seiten kommt, müssen diese vom Webserver geladen werden. Hier kann ein Caching-Plugin deutliche Performance-Steigerungen bringen. Caching-Plugins wie z.B. „Cachify“  oder „W3 Total Cache“ speichert die Seiten beim ersten Laden in einem Zwischenspeicher (Cache), und liefert dem nächsten Besucher die komplett vorgeladene Seite aus. Das ist spürbar schneller, als wenn die Seite vom Server geladen werden muss. Du musst nur darauf achten, dass der Cache neu erstellt wird, wenn du deine Seiten änderst. Ansonsten würde der Besucher auch nach einer Änderung die alte, nämlich die im Cache gespeicherte, Version deiner Seite sehen. Cachify erledigt dies automatisch, bei W3 Total Cache wird eine Meldung angezeigt, das Leeren des Caches muss aber per Hand angestoßen werden. Dafür bietet W3 Total Cahce umfangreiche Konfigurationsmöglichkeiten und hat z.B. auch einen Minifyer für Scripte integriert.
Als weiteres Tool kann ich „Optimus“ von Sergej Müller empfehlen. Optimus komprimiert die Inhalte der Seiten im gzip-Verfahren und liefert somit eine kleinere Datei, die natürlich schneller geladen werden kann, an den Browser aus.

Cachify und Optimus stammen beide vom gleichen Autor. Sie sind beide sehr schlank und performant, dafür gibt es wenig Konfigurationsmöglichkeiten. W3 Total Cache bietet deutlich mehr Möglichkeiten, ist dafür aber wieder größer und hat dadurch die schlechtere Performance.

Ein weiteres Plugin, um die Inhalte – in diesem Fall die Datenbank – zu optimieren: WordPress speichert in regelmäßigen Abständen den jeweiligen Bearbeitungsstand einer Website als sogenannte „Revision“ ab. Das führt dazu, dass im Laufe der Zeit eine große Anzahl solcher Revisionen die Datenbank aufblähen und langsamer machen. Mit dem Plugin „Optimize“ kannst du diese Revisionen per Knopfdruck löschen. Ich empfehle aber, zur Sicherheit vorher eine Datenbanksicherung zu machen 😉

Kleiner Helferlein – Plugins

Es gibt für fast alles und jedes ein entsprechendes Plugin, um die gewünschte Funktionalität zu implementieren. Das ist sowohl Segen als auch Fluch von WordPress, denn häufig werden unzählige Plugins installiert, von denen die meisten nicht wirklich benötigt werden. Wichtig ist für dich zu wissen, daß jedes (!) Plugin zur Verschlechterung der Performance beiträgt – einfach dadurch, dass es geladen werden muss. Und es gibt natürlich Plugins, die die Performance mehr oder weniger stark beeinflussen. Du kannst das sehen, wenn du dir nach jeder Installation eines Plugins die Javascript- und CSS-Ladezeiten in einem der oben genannten Performance-Test-Tools anschaust. Plugins, die die Performance stark negativ beeinflussen sind z.B. Slider-Plugins, Plugins, die umfangreiche Funktionalitäten bereitstellen (wie z.B. Jetpack), Social Media-Plugins oder auch Plugins, die z.B. eine Community-Funktionalität implementieren.
Natürlich gibt es auch hier wieder ein – was wohl? – genau, ein Plugin 😉 Der Plugin „Plugin Performance Profiler“ analysiert die installierten Plugins nach Performance-Gesichtspunkten und gibt die einen guten Überblick über Performancefresser. Hast du welche identifiziert, kannst du dir überlegen, ob du diese Funktionalität tatsächlich brauchst. Falls nein, kannst du das Plugin direkt deinstallieren und löschen. Falls ja, solltest du dich nach möglichen Alternativen umschauen.

Plugin Performance Profiler
Grundsätzlich gilt: Vor dem Einsatz eines Plugins überlegen, ob dieses Plugin tatsächlich benötigt wird. Installiere wirklich nur die Plugins, die du unbedingt brauchst. Und anschließend die Performance checken und mit den Werten vor der Installation vergleichen. Sind sie viel schlechter, schau nach, ob es eine performantere Alternative gibt.
Und: Immer die aktuellste Version von WordPress und von jedem Plugin nutzen. Das WordPress-Team versucht immer, die Performance von WordPress zu verbessern. Und auch bei den Plugins steht dieser Gedanke meist mit im Vordergrund. Außerdem ist Aktualität wichtig für die Sicherheit deiner Installation!

Hier habe ich einige weitere Plugins zusammengestellt, mit denen du dein Blog für Suchmaschinen optimieren kannst!

 

Zusammenfassung

  • Stelle den Status Quo deiner Website fest und miss ihre Performance.
  • Denke bei der Theme-Auswahl immer an die Ladezeiten. Teste die Demoinstallation des Themes vorab mit einem Performance-Tool.
  • Optimiere deine Bilder, verwende die kleinstmögliche Größe und lösche Bilder, die du nicht wirklich brauchst.
  • Optimiere den Content deiner Site. Verwende Caching-Plugins, komprimiere die Inhalte vor der Auslieferung und minifye deine Scripte.
  • Installiere nur Plugins, die du tatsächlich benötigst. Teste die Performance deiner Site vor und nach der Installation. Suche im Bedarfsfall nach einer performanteren Alternative.
  • Nutze immer die aktuelle Version von WordPress.
  • Halte deine Plugins aktuell.

 

 

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